Unternehmerdialog in Meßstetten: Wege zur Dekarbonisierung im Fokus
Am Dienstag, 17. März 2026, fand im Albcasino der ehemaligen Zollernalb-Kaserne ein Unternehmerdialog der Stadt Meßstetten und des Zweckverbandes „Interkommunaler Industrie- und Gewerbepark Zollernalb“ (IIGP) statt. Die Veranstaltung war Teil des laufenden Klimaschutzkonzeptes der Stadt und richtete sich an Unternehmen aus Meßstetten und der Umgebung.
Dekarbonisierung als zentrales Thema
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der Frage, wie Unternehmen ihre Energieversorgung zukunftsfähig gestalten können. Ziel ist es, fossile Energieträger schrittweise zu ersetzen und erneuerbare Energien wirtschaftlich sinnvoll zu nutzen. Der Austausch diente dazu, bereits erprobte Lösungen vorzustellen und gemeinsam Chancen für die regionale Wirtschaft zu identifizieren.
Praxisberichte aus der Region
Drei Fachvorträge gaben Einblicke in konkrete Maßnahmen und technische Entwicklungen:
Joachim Schilling, Leiter Innovation und Sonderaufgaben bei Interstuhl Büromöbel GmbH & Co. KG in Meßstetten-Tieringen, stellte bereits umgesetzte und geplante Maßnahmen des Unternehmens vor. Darunter waren sowohl technische Modernisierungen als auch strategische Überlegungen zur langfristigen Dekarbonisierung sowie die Verwendung von biobasiertem Kunststoff und „zero waste“-Produktion. Mit neuen Verfahren können bereits in der Produktion Material und Ressourcen gespart werden.
Alexander Kessler, Geschäftsführer der LKU Kessler GmbH in Nusplingen, gab einen aktuellen Überblick über technologische Entwicklungen in der industriellen Lüftungstechnik zur Prozessluftversorgung und Klimatechnik. Besonderes Augenmerk legte er dabei auf die hohen Energieeffizienzpotenziale moderner bedarfsgesteuerter Anlagen gegenüber älteren Anlagen und Wärmerückgewinnungstechnik sowie Lösungen, die sich auch in Bestandsgebäuden realisieren lassen.
Jochen Hörer von der comi energy GmbH in Albstadt zeigte auf, wie Unternehmen eine moderne Stromversorgung im Unternehmen selbst gestalten können. Er informierte über die Entwicklung und die Möglichkeiten von Energiespeichersystemen zur Netzstabilisierung, Spitzenlastkappung und Eigenstromoptimierung.
Die Beiträge verdeutlichten, dass es bereits heute zahlreiche erprobte und wirtschaftlich sinnvolle Ansätze gibt, um sowohl Emissionen als auch Kosten in Unternehmen deutlich zu reduzieren.
Austausch über Herausforderungen und Bedarfe
Im Anschluss an die Impulse nutzten die Anwesenden die Gelegenheit zu einem offenen Austausch. Dabei wurden Erfahrungen, Herausforderungen und Bedarfe der regionalen Wirtschaft gesammelt. Die gesammelten Erkenntnisse fließen unmittelbar in das entstehende Klimaschutzkonzept der Stadt Meßstetten ein. Ziel ist es, lokale Unternehmen nicht nur zu informieren, sondern sie aktiv dabei zu unterstützen, den Übergang zu einer klimafreundlichen Energieversorgung erfolgreich zu gestalten.
Voneinander lernen: Regionale Lösungen als Chance
Der Unternehmerdialog machte zudem deutlich, dass es in der Region bereits eine Vielzahl innovativer und erfolgreicher Unternehmen gibt, die maßgeschneiderte umwelttechnische Lösungen anbieten. Diese Betriebe zeigen eindrucksvoll, wie innovative Technologien nicht nur der Umwelt nutzen, sondern gleichzeitig helfen können, Betriebskosten deutlich zu senken. Durch den direkten Erfahrungsaustausch entstehen wertvolle Synergien: Unternehmen erfahren aus erster Hand, welche Maßnahmen in der Praxis funktionieren, welche Investitionen sich besonders lohnen und wie regionale Kooperationen zusätzliche Effekte ermöglichen.

