Pressemitteilung: Spatenstich im IIGP – Die Erschließungsarbeiten für das Jahrhundertprojekt haben begonnen
Von Volker Bitzer
Am Montag, 12. Oktober 2026 um 14 Uhr wurde in Meßstetten ein wichtiger Meilenstein gesetzt. Auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände Geißbühl begann mit dem symbolischen Spatenstich die Erschließung des Jahrhundertprojekts Interkommunaler Industrie- und Gewerbepark (IIGP) Zollernalb.
Das Jahrhundertprojekt Interkommunaler Industrie- und Gewerbepark (IIGP) Zollernalb nimmt nun konkret Gestalt an. Nicht mehr nur in Diskussionen, Sitzungen, Abwägungen und Verhandlungen, nicht mehr nur am Reißbrett, in Computersimulationen oder in einer Armada von gefüllten Leitzordnern, sondern hautnah und greifbar vor Ort. „Es geht weiter voran“, freute sich Verbandsvorsitzender Frank Schroft am jüngsten Meßstetter „Feiertag“: Montag, 12. Oktober 2026. Der symbolische Spatenstich am südlichen Ende des fast 50 Hektar großen Areal war an diesem Nachmittag von regelrechtem Kaiserwetter begleitet. Als ob es ein Sinnbild ist für den Erfolg dieses Industriegeländes, an dem der Vorsitzende und seine Bürgermeisterkollegen aus Albstadt, Balingen, Nusplingen und Obernheim keine Zweifel hegen. Selbst nicht in Zeiten wie diesen, in denen negative Wirtschaftsnachrichten die Medien beherrschen und das gesamte Weltgeschehen eher gedämpften Optimismus propagiert. Dass Konversion Zeit braucht, viel Zeit, und alle Mitstreiter einen entsprechend langen Atem, das betonte Frank Schroft fast schon gebetsmühlenhaft immer wieder in den zurückliegenden Jahren. Ebenso aber auch, dass dieses Leuchtturm-Projekt vor den Toren Meßstettens letzten Endes Früchte tragen wird. Diesem Ziel sei man seit dieser Woche wieder ein Stück näher, so der Schultes und voller Begeisterung mit Blick auf das Neue. Vorausgegangen waren in den vergangenen Monaten umfangreiche Rodungs- und Rückbauarbeiten sowie Abbrüche von Gebäuden, Masten und anderen bundeswehrtypischen Anlagen.
Militär, Landeserstaufnahmestelle, Kreisimpfzentrum, Ankunftszentrum Ukraine – viele Schlagworte und damit verbunden eine entsprechende Ära, verknüpfen sich mit dem einstigen Bundeswehrgelände auf dem Geißbühl. All das war gestern. Jetzt stehen die Zeichen auf regionale Zukunft, wirtschaftliche Innovation und Nachhaltigkeit auf Generationen hinaus. Spätestens mit dem Eigentumsübergang am 1. Februar 2024 von der BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) auf den IIGP war für alle Insider klar: hierher kommt die Truppe nicht mehr. Neben der Gründung des Zweckverbandes selbst, das war am 15. Oktober 2020, also fast auf den Tag genau vor sechs Jahren, und der Unterzeichnung des Kaufvertrages beim Notar am 13. September 2023, reiht sich nun der 12. Oktober 2026 nahtlos in die Kette bedeutender IIGP-Meilensteine ein.
Nicht unerwähnt bleiben darf auch der Januar 2026: Zum Jahresbeginn erlangte der in rekordverdächtiger Zeit aufgestellte Bebauungsplan Rechtskraft. Damit waren die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um potenziellen Ansiedlungsinteressenten den Weg zu ebnen. Erst jetzt konnte die Vermarktung der Baugrundstücke mit Nachdruck starten. Diese läuft inzwischen auf Hochtouren. Bis die ersten Unternehmen auf dem Geißbühl jedoch ihre Fertigungshallen errichten und ihre Produktionsanlagen in Betrieb nehmen können, wird noch etwas Geduld gefragt sein. Voraussetzung dafür ist zunächst die weitgehende Erschließung des Geländes.
Dieser nächste Schritt wurde nun offiziell mit dem Spatenstich am Montag eingeleitet: Gebaut werden zunächst die südliche, redundante Erschließungsstraße – der Meßstetter Gemeinderat taufte sie Innovationsring – und ein zentrales Retentionsbecken. Es handelt sich dabei um eine „kleine Kläranlage“, die dazu dient, anfallendes Regenwasser gezielt aufzufangen und kontrolliert wieder abzugeben. Hintergrund: In bebauten Gebieten kann Regen nicht ausreichend im Boden versickern; ohne Rückhaltemaßnahmen besteht die Gefahr, dass die Kanalisation überlastet wird und es zu Überschwemmungen kommt.
Das Bauvolumen dieses ersten Bauabschnittes beläuft sich auf zirka 5,8 Millionen Euro. Die Firmen Stumpp aus Balingen (Straßenbau) und Berger aus Meßstetten (Retentionsbecken) teilen sich die Ausführung. Vertreter beider Firmen waren zum symbolischen Spatenstich ebenfalls gekommen und beide – Firmenchef Ernst Berger und Stumpp-Bauleiter Andreas King – haben einen gemeinsamen Wunsch: Es soll zügig vorangehen und sie hoffen, dass der Winter den Baufortschritt nicht zu sehr ausbremst. Dann wäre der erste IIGP-Bauabschnitt in etwa zwei Jahren abgehakt.
„Selbst der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt“, verdeutlichte Geschäftsführer Michael Mayer vom gleichnamigen Ingenieurbüro, dass ein Projekt wie das IIGP-Areal alles andere als eine alltägliche Aufgabe sei. Allein schon die anspruchsvolle Planungsphase habe viel Zeit gebraucht. Sein Projektleiter Jonathan Schenk skizzierte kurz das weitere Vorgehen, auch anhand eines großen ausgedruckten Planes. Sein Kollege Michael Hutmacher, der fortan für die örtliche Bauüberwachung zuständig ist, demonstrierte den Anwesenden, wie moderne Technik via Smartphone-App ihn bei dieser Arbeit unterstützt.

Der erste Bauabschnitt der IIGP-Erschließung startete offiziell am 12. Oktober mit dem symbolischen Spatenstich: Unser Foto zeigt den Verbandsvorsitzenden, Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft, mit seinen Amtskollegen Roland Tralmer (Albstadt), Dirk Abel (Balingen), Jörg Alisch (Nusplingen) und Alexander Hofer (Obernheim) zusammen mit IIGP-Geschäftsführerin Heike Bartenbach, Thomas Holl (Forst), Ernst Berger (Bauunternehmer), Andreas King (Bauleiter Firma Stumpp) sowie Michael Mayer vom Planungsbüro Mayer Ingenieure.
Foto: Stadt Meßstetten/Volker Bitzer

Erinnerungswerkzeug: Diesen Spaten überreichte Bauunternehmer Ernst Berger an die IIGP-Verantwortlichen.
Foto: Stadt Meßstetten/Volker Bitzer

Der Baustart auf dem IIGP-Gelände ist für die interkommunale Gemeinschaft und alle Beteiligten ein Grund zum Anstoßen: Judith Berg (links) und Nadine Geiger waren vorbereitet.
Foto: Stadt Meßstetten/Volker Bitzer