Geplantes Retentionsbecken im IIGP Zollernalb – Investition in Sicherheit und Zukunft
Im Zuge der Weiterentwicklung des Industrieparks ist der Bau eines Retentionsbeckens vorgesehen. Damit soll das Niederschlagswasser in natürlichen Kreislauf gehalten werden. Dieses Projekt stellt einen wichtigen Schritt dar, um den Standort langfristig leistungsfähig, sicher und umweltgerecht aufzustellen. Hintergrund ist vor allem die hohe Versiegelung von Flächen im Industriegebiet und die zunehmende Herausforderung durch stärkere Niederschlagsereignisse.
Ein Retentionsbecken dient dazu, anfallendes Regenwasser gezielt aufzufangen und kontrolliert wieder abzugeben. In dicht bebauten Gewerbe- und Industriegebieten kann Regen nicht mehr ausreichend im Boden versickern. Ohne geeignete Rückhaltemaßnahmen besteht die Gefahr, dass Kanalisationen überlastet werden und es zu Überschwemmungen kommt. Das geplante Becken schafft hier einen wichtigen Ausgleich, indem es große Wassermengen zwischenspeichert und verzögert ableitet.
Das Retentionsbecken übernimmt aber nicht nur die Aufgabe, Niederschlagswasser zwischenzuspeichern und kontrolliert zu versickern. Durch die Versickerung gelangt das Wasser zurück in den natürlichen Wasserkreislauf. Es unterstützt die Neubildung des Grundwassers und die Stabilisierung des Grundwasserspiegels. Da das Regenwasser nicht über die Kanalisation abgeführt und behandelt werden muss, werden zudem Betriebskosten gespart.
Der Weg zur Umsetzung eines solchen Projekts erfolgt in mehreren aufeinander abgestimmten Schritten. Zunächst werden im Rahmen der Planung umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, etwa zur Bodenbeschaffenheit und zu den zu erwartenden Wassermengen bei Starkregen. Darauf aufbauend wurde die Dimensionierung des Beckens festgelegt. Anschließend erfolgte das Genehmigungsverfahren, bei dem die zuständigen Behörden alle wasserrechtlichen sowie umweltrelevanten Anforderungen geprüft haben.
Im Frühherbst 2026 beginnt die bauliche Umsetzung mit Erdarbeiten, technischen Einbauten und der Anbindung an das bestehende Entwässerungssystem. In den Erdbecken wird Schilf gepflanzt, das erst anwachsen muss. Nach der geplanten Fertigstellung 2028 wird die Anlage in Betrieb genommen.
Um eine dauerhaft sichere Funktion zu gewährleisten, muss die Anlage überwacht und regelmäßig gewartet werden.
Für die Unternehmen im Industriepark bringt das Retentionsbecken klare Vorteile mit sich. Ein zentraler Aspekt ist die deutlich erhöhte Betriebssicherheit. Durch den verbesserten Starkregenschutz sinkt das Risiko von Schäden an Gebäuden, Maschinen und Lagerbeständen erheblich. Gleichzeitig schafft eine geregelte Regenwasserbewirtschaftung Planungssicherheit für zukünftige Investitionen und Erweiterungen, da notwendige Entwässerungskapazitäten bereits berücksichtigt sind. Auch wirtschaftlich zahlt sich die Maßnahme aus, da potenzielle Folgekosten durch Starkregenereignisse reduziert werden. Darüber hinaus gewinnt der Standort insgesamt an Attraktivität, da nachhaltige Infrastruktur zunehmend ein wichtiges Kriterium für Unternehmensansiedlungen ist.
Neben diesen praktischen Vorteilen spielt auch die rechtliche Seite eine zentrale Rolle. Der Umgang mit Niederschlagswasser ist in Deutschland klar geregelt. Grundlage bildet unter anderem das Wasserhaushaltsgesetz, das einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasserressourcen fordert. Ergänzt wird dies durch die jeweiligen Landeswassergesetze, die konkrete Anforderungen für Regionen wie Baden-Württemberg festlegen. Auch die europäische Wasserrahmenrichtlinie gibt vor, dass Gewässer geschützt und Belastungen reduziert werden müssen. Darüber hinaus enthalten kommunale Satzungen Anforderungen zur Regenwasserbewirtschaftung, die bei der Erschließung und Nutzung von Gewerbeflächen einzuhalten sind. Das Retentionsbecken trägt dazu bei, diese Vorgaben zuverlässig zu erfüllen.
Insgesamt ist das geplante Retentionsbecken weit mehr als eine technische Infrastrukturmaßnahme. Es ist eine gezielte Investition in die Zukunftsfähigkeit des Industrieparks. Durch die Kombination aus Starkregenschutz, rechtlicher Sicherheit und nachhaltiger Entwicklung wird der Standort gestärkt und optimal auf die Anforderungen eines sich wandelnden Klimas vorbereitet..
Das Interview mit unserem Experten Jonathan Schenk von Mayer Ingenieure und ausführliche Erklärungen zur Funktion des Beckens finden Sie hier.
